23.  / 24. Januar 2027

Moritz Müller-Schwefe

Einführung in die Plotentwicklung

Berlin

 







Alexa Hennig von Lange
Alexa Hennig von Lange

MORITZ MÜLLER-SCHWEFE


geboren 1990 in Frankfurt am Main, studierte Literaturwissenschaft und Klassische Archäologie in Berlin, Santa Cruz und Neapel. 


Er arbeitet als Lektor für deutschsprachige Literatur bei Kiepenheuer & Witsch 

und ist dort stellvertretender Programmleiter.


Müller-Schwefe ist Mitherausgeber der Reihen »Schöner Lesen« und »Aufklärung & Kritik« bei SuKuLTuR. Bis 2023 war er außerdem Herausgeber der Literaturzeitschrift »metamorphosen«.

Foto: Martina Bogdahn

Die Figuren können noch so gut gezeichnet, die Bilder noch so stimmig und der Sound noch so eigen sein: Wenn der Plot Probleme macht, leidet der ganze Roman. Denn: Gibt der Plot nicht genug Handlung her, fehlt der nötige Zug, die nötige Spannung oder Intensität, bleibt der Text stecken.


Die Anforderungen an einen Roman sind andere als die an eine Kurzgeschichte. Eine Kurzgeschichte wirft meist ein Schlaglicht, rückt ein einzelnes Motiv, einen Geisteszustand, ein Detail in den Fokus. Bei einem Roman dagegen braucht es Handlung, die über viele Seiten trägt. Es braucht einen Handlungsbogen. Es braucht Szenen, die logisch aufeinander aufbauen, sich gegenseitig bedingen und die Geschichte voranbringen, die sie beschleunigen und bremsen. Es braucht Raum für die Entwicklung der Figuren. Kurzum: Es braucht einen guten Plot.


Dabei gibt es nicht die eine magische Formel. Jeder Roman ist anders und braucht seinen ganz eigenen Plot. Es ist immer gut, sich Skizzen zu machen, bevor man loslegt. Skizzen zum groben Ablauf der Handlung, Skizzen zu einzelnen Szenen, Skizzen zu den Hauptfiguren. Und doch sollte einem bewusst sein, dass sich der Plot eines Romans während des Schreibens im Grunde ständig verändert. Das kann zum Beispiel an den Figuren liegen. Je lebendiger sie sind, desto größer ist ihr Einfluss auf die Richtung, die der Roman nimmt. Desto öfter sträuben sie sich vielleicht gegen das, was man eigentlich mit ihnen vorhatte. Gegen den Plot. Dann muss er angepasst werden.


Ein Plot lässt sich deshalb nie bis ins kleinste Detail festlegen. Er kann aber Orientierung und Halt geben. Dabei sollte man schon im Vorfeld ein Gefühl dafür bekommen, ob die zu erzählende Geschichte überhaupt trägt – und wenn ja, über wie viele Seiten: fünfzig oder dreihundertfünfzig? Dafür ist die Plotentwicklung unverzichtbar. 


Dieses Seminar bietet Ihnen eine fundierte Einführung in die Plotentwicklung. Gemeinsam mit dem Lektor und stellvertretendem Programmleiter von Kiepenheuer & Witsch Moritz Müller-Schwefe gehen Sie den zentralen Fragen des Plottens auf den Grund: Wie lassen sich große und kleine Handlungsbögen fesselnd spannen? Wie gelingt die Balance zwischen dem Erfüllen und dem gezielten Unterlaufen von Leseerwartungen? 


Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Sie lernen nützliche Hilfsmittel kennen, um stets den Überblick zu behalten und Ihre Handlung so zu organisieren, dass sie sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen logisch und packend bleibt. 


Sie arbeiten dabei direkt an Ihren konkreten Beispielen, Ideen oder bereits begonnenen Projekten. Wenn Sie möchten, können Sie Ihrer Bewerbung vorab ein Exposé oder eine Ideenskizze beifügen oder diese später nachreichen. Aus diesen Plotskizzen erstellen wir einen Reader, den jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin bekommt.

 

Falls Sie noch ganz am Anfang stehen, so ist das auch kein Problem: Sie können Ihr Vorhaben im Seminar einfach mündlich vorstellen oder auch ganz ohne eigenes Projekt teilnehmen.




ZEIT: 23. bis 24.01.2027, jeweils von 10 bis 18 Uhr

KOSTEN: 309,00 € (inkl. MwSt.)

MAXIMALE TEILNEHMERZAHL: 12

ORT: Axel-Springer-Straße 40/41, Berlin-Mitte